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Gegen die Afrikanische Schweinepest

07. Juli 2018

Von Norbert Wiegand

Gespräche mit osteuropäischen Lkw-Fahrern auf der Autobahn-Raststätte

Die Sorge ist groß, dass die Afrikanische Schweinepest, von Osten kommend, Melle erreicht. Deshalb sprachen Landwirte und Jäger gestern auf beiden Seiten der Autobahnraststätte Grönegau vor allem mit osteuropäischen Lkw-Fahrern, aber auch mit holländischen und deutschen Urlaubsreisenden.

MELLE

Um die Kommunikation zu erleichtern, hatten die Bauern und Jäger Infozettel in englischer Sprache und fünf osteuropäischen Sprachen dabei. Mit diesen Zetteln und in persönlichen Gesprächen informierten sie darüber, dass eine Verbreitung über Speisereste erfolgt, die von infizierten Haus- oder Wildschweinen stammen. „In rohem Fleisch, gepökelten oder geräucherten Fleischwaren wie Schinken und Würsten ist das Virus monatelang haltbar", erklärte Jäger Edo Kinnius seinen Gesprächspartnern.

„Eine Übertragung ist auch durch virusbehaftete Kleidung und Geräte möglich", ergänzte Landfrau Dietlind Radke. „Die Afrikanische Schweinepest ist zwar für den Menschen ungefährlich, doch für Schweine und Wildschweine ist dieser ochansteckende und anzeigepflichtige Virus tödlich", ging Landvolk-Geschäftsführer Heinrich Kinnius auf die schwerwiegenden Folgen ein.

„Deshalb müssen wir alles tun, damit die Seuche nicht weiter nach Westen verschleppt wird", betonte Landvolk-Sprecher Volker Brinkschulte.

Kein Impfstoff

Vor diesem Hintergrund wurden Lkw-Fahrer und Urlaubsreisende aufgerufen, keine fleischhaltigen Lebensmittel aus betroffenen Gebieten mitzubringen, also aus Russland, Ungarn, Estland, Lettland, Litauen, Weißrussland, Polen, Rumänien, Tschechien, Moldawien und der Ukraine. Alle dennoch mitgebrachten Lebensmittel sollten ausschließlich in dafür vorgesehene geschlossene Mülltonnen geworfen werden.

„Gerade die Autobahnraststätten und Parkplätze, wo sich Urlauber und Trucker stärken, sind Quellen der Verbreitung", erläuterte Fritz Mithöfer, der Vorsitzende der Meller Jägerschaft, die Wahl des Standortes für die Aktion.

„Experten schätzen das Ansteckungs-Risiko entlang der Fernstraßen besonders hoch ein, insbesondere an den Ost-West-Achsen", merkte Jäger Christian Remmert an.

„Wir müssen so vorsichtig wie möglich sein", wies Herbert Brünger als Vertreter der Jagdgenossenschaft darauf hin, dass bis jetzt kein wirksamer Impfschutz entwickelt werden konnte.

Von Norbert Wiegand

Meller Kreisblatt vom 07.07.2018

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