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Wildpflanzen – bunte Vielfalt für Biogas, Rebhuhn und Co.

08. Februar 2018

Foto: Johann Högemann

Voller Enthusiasmus berichtete Praktiker Josef Schröer aus Lingen im Rahmen des durch die „Kooperation Lebensraum- und Artenschutz Melle - KLAr Melle" initiierten Vortrages von seinen Erfahrungen mit dem Anbau von Wildpflanzen für die Produktion von Bioenergie. Anlass für seine im Jahr 2013 erstmalig angesäte Blühmischung der Firma „Saaten Zeller" sei der spürbare Rückgang von jagdbaren Wild gewesen. Er habe nach einer Lösung gesucht, die den Wildtierbestand nützt, die Problematik um die Flächenverfügbarkeit in der Landwirtschaft jedoch nicht verstärkt und der Gülle-Verwertung nicht entgegenspricht. Mit dem Anbau einer speziell für Biogasanlagen zusammengestellten Wildpflanzen-Mischung hat Schröer daher zusammen mit weiteren Landwirten an dem Projekt „Energie aus Wildpflanzen" des „Netzwerkes Lebensraum Feldflur" teilgenommen. Das Ergebnis: Der Anbau von Wildpflanzen vereint Landwirt-, Jägerschaft und Artenschutz auf einer Fläche.

„Selbstverständlich sind Wildpflanzen kein 100%iger Ersatz für ertragreiche Pflanzen wie Mais." erläutert Schröer den etwa 25 interessierten Zuhörern im „Haus der Landwirtschaft" des Kreislandvolkverbandes Melle e.V. „Mit der richtigen Bewirtschaftung erreichen Sie jedoch eine Gasausbeute von bis zu 60% zu Mais." Nicht zu unterschätzen sei vor allem der positive Effekt auf das Landschaftsbild. „Die Leute bleiben staunend stehen und sind begeistert über das Leben in den Blühflächen." berichtet Schröer und ist selbst sehr erfreut über die blühende Bereicherung in der Landschaft.

Es seien jedoch einige Details beim Anbau von Wildpflanzen zu beachten, so sollten die Flächen weder in kleinen Streifen, noch auf Grenzertragsstandorten angelegt werden. Auch muss sich die Erntetätigkeit für den beauftragten Lohnunternehmer rentieren, daher rät er vom Anbau von weniger als 5 ha ab.

Zum Ende der Veranstaltung signalisieren erste Landwirte und Biogasbetreiber ernsthaftes Interesse und auch Fritz Mithöfer, Vorsitzender der Jägerschaft Melle e. V., ist sich sicher: „Wir in Melle sollten dem positiven Beispiel aus Lingen folgen und einen solchen Beitrag zur Artenvielfalt leisten. Gemeinsam sollte dies möglich sein!". Ansprechpartner für Fragen rund um die praktische Umsetzung ist die „Kooperation Lebensraum- und Artenschutz Melle – KLAr Melle".

Kontakt:

Stiftung für Ornithologie und Naturschutz (SON)

Sascha Brocks, s.brocks@son-net.de

Ann-Kathrin Schmidt, a-k.schmidt@son-net.de

Telefon: 05422-9289328

www.son-net.de

Das Projekt „Kooperation Lebensraum- und Artenschutz Melle – KLAr Melle" ist zu 80 % aus Mitteln des ELER-Fonds der Europäischen Union und Mitteln des Landes Niedersachsen finanziert.

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